Urlaubsanspruch in Österreich: was zusteht, wie man rechnet
In Österreich stehen jedem Mitarbeiter pro Arbeitsjahr 30 Werktage Urlaub zu, nach längerer Dienstzeit 36 Werktage. Das Gesetz rechnet in Werktagen, die meisten Betriebe rechnen in Arbeitstagen. Hier steht, wie beides zusammenpasst und wann Urlaub verjährt.
Ratgeber · Stand: Oktober 2026 · Redaktion FlowHR
Wie viel Urlaub steht in Österreich zu?
| Regel | Wert | Fundstelle |
|---|---|---|
| Urlaubsanspruch (weniger als 25 Dienstjahre) | 30 Werktage | § 2 Abs. 1 UrlG |
| Urlaubsanspruch nach 25 Dienstjahren | 36 Werktage | § 2 Abs. 1 UrlG |
| Wartezeit bis zum vollen Urlaubsanspruch | 6 Monate | § 2 Abs. 2 UrlG |
| Verjährung des Urlaubsanspruchs | 2 Jahre | § 4 Abs. 5 UrlG |
Was ist der Unterschied zwischen Werktagen und Arbeitstagen?
Werktage sind Montag bis Samstag. Arbeitstage sind die Tage, an denen tatsächlich gearbeitet wird, bei einer Fünf-Tage-Woche also Montag bis Freitag. Das Urlaubsgesetz rechnet in Werktagen, viele Betriebe rechnen in Arbeitstagen, weil das übersichtlicher ist. Beides ergibt denselben Anspruch: fünf bzw. sechs Wochen.
Wie rechne ich Werktage in Arbeitstage um?
Formel: Urlaub in Arbeitstagen = Urlaub in Werktagen ÷ 6 × Arbeitstage pro Woche.
| Arbeitstage pro Woche | Grundanspruch | nach 25 Dienstjahren |
|---|---|---|
| 5 | 25 Arbeitstage | 30 Arbeitstage |
| 4 | 20 Arbeitstage | 24 Arbeitstage |
| 3 | 15 Arbeitstage | 18 Arbeitstage |
Ein Mitarbeiter mit Vier-Tage-Woche hat also nicht weniger Urlaub. Er braucht für eine Urlaubswoche nur weniger Tage.
Ab wann steht der volle Urlaub zu?
Im ersten Arbeitsjahr entsteht der Anspruch zunächst anteilig (Wartezeit: 6 Monate). Danach steht der volle Jahresurlaub zu. Ab dem zweiten Arbeitsjahr gilt der volle Anspruch mit Beginn jedes Arbeitsjahres.
Wann gibt es eine sechste Urlaubswoche?
Nach 25 Dienstjahren steigt der Anspruch auf 36 Werktage. Bestimmte Vordienstzeiten werden dabei angerechnet. Welche das sind, regeln das Urlaubsgesetz und gegebenenfalls Ihr Kollektivvertrag.
Wann verjährt Urlaub?
Der Urlaubsanspruch verjährt 2 Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Nicht verbrauchter Urlaub geht also nicht sofort verloren, wird aber auch nicht unbegrenzt mitgenommen.
Seit dem EuGH-Urteil C-120/21 vom 22.09.2022 gilt: Verjähren kann Urlaub nur, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeiter rechtzeitig auf den offenen Urlaub hingewiesen und ihm ermöglicht hat, ihn zu nehmen. Halten Sie solche Hinweise schriftlich fest.
Wie hilft FlowHR dabei?
Mitarbeiter stellen den Antrag im Portal, am Rechner oder am Handy, für einen ganzen oder halben Tag. Zuerst gibt die Führungskraft frei, dann die Personalabteilung. Resturlaub ist für jede Person sichtbar, und Urlaub, der zu verfallen droht, ist markiert. Den Hinweis auf drohenden Verfall verschickt FlowHR per SMS, E-Mail und ins Portal, die Bestätigung wird mit Datum gespeichert. FlowHR rechnet in Arbeitstagen.